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Überall in der Halle kreischende, springende, tanzende, singende, fröhliche Mädels samt Betreuer. Was war passiert? Soeben haben unsere Tischtennis-Mädchen im Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ erstmals das Landesfinale gewonnen.
Sie sind damit in ihrer Altersklasse die beste Mädchen-Tischtennismannschaft in Rheinland-Pfalz und dürfen unsere Schule sowie unser Bundesland Rheinland-Pfalz vom 08.05. bis 12.05.2012 beim Bundesfinale in Berlin vertreten.
Spannender hätte ein Krimi nicht geschrieben werden können. In einem packenden, hoch dramatischen Endspiel konnte der mehrfache Bundessieger, das Herzog-Johann-Gymnasium Simmern, mit 5:4 bezwungen werden. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr.
Aber der Reihe nach. Nachdem die 11-14jährigen Mädchen der IGS Thaleischweiler-Fröschen schon beim Gewinn des Regionalentscheids des Bezirks Neustadt den Favoriten, das Hofenfels-Gymnasium Zweibrücken, besiegten, reiste man zwar erwartungsfroh, aber unbeschwert zum Landesfinale nach Bubenheim bei Mainz. Dort trat man gegen die Gewinner aus den Bezirken Trier und Koblenz an. „Viel Spaß haben am Tischtennis und Freude ausstrahlen“, so die von Sportlehrer Andreas Unger ausgegebene Parole vor Beginn des Wettbewerbs.
Gesagt getan. Im ersten Spiel konnte überraschend klar die Stefan-Andres-Realschule plus aus Schweich mit 5:1 bezwungen werden. Hier siegten jeweils deutlich das Doppel Lisa Girolimetto/Sophie Semmet sowie in den Einzeln Alexandra Meyer (TTC Höhfröschen), Carolin Müller (SV Weselberg) und das Spitzenduo Girolimetto und Semmet (beide TTC Nünschweiler). Nur das Doppel Selina Weber/Vanessa Ernst musste knapp im fünften Satz abgeben werden. Ein Auftakt nach Maß. Die Erleichterung bei den IGS-Mädels samt den Betreuern Andreas Unger und Klaus Veith war nach dem Sieg sichtlich spürbar. Der Schulleiter der IGS, Klaus Veith, selbst beim TTC Nünschweiler erfolgreich an der Platte, ließ es sich nicht nehmen, bei diesem historischen Ereignis dabei zu sein und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
      
Da Schweich auch sein zweites Spiel gegen Simmern deutlich mit 5:1 verlor, kam es nun zum „Endspiel“ gegen den klaren Favoriten und mehrfachen Bundessieger aus Simmern. Das Herzog-Johann-Gymnasium ist in allen vier Altersklassen mit je einer Mädchen- und Jungenmannschaft im Landesfinale vertreten. Soviel zur Tischtennis-Qualität dieser Schule.
Aus den beiden Doppeln sollte mindestens ein Punkt her, um das Spiel offen zu gestalten. Nach der erwarteten Niederlage von Ernst/Weber patzten aber auch das Topduo Girolimetto/Semmet etwas überraschend in fünf Sätzen. Anstatt 1:1 hieß es nun 0:2 – ein denkbar ungünstiger Start. Dass Tischtennis aber ein Mannschaftssport ist, bewiesen dann die an diesem Tage nervenstark und souverän aufspielenden Alexandra Meyer und Carolin Müller im hinteren Paarkreuz. Beide gewannen jeweils klar ihre Einzel. Der Zwischenstand von 2:2 beruhigte aber nur kurz. Zwar gewann Sophie Semmet in einem tollen Spiel gegen die Nummer zwei aus Simmern, doch Spitzenspielerin Lisa Girolimetto verlor (auch verletzungsbedingt) knapp im fünften Satz ihr Einzel. Nachdem Vanessa Ernst ihrer starken Gegnerin zum Sieg gratulieren musste, lag man mit 3:4 zurück. Simmern fehlte nur noch ein Punkt zum Glück. Doch da hatte man nicht die Rechnung mit Selina Weber (TTC Höhfröschen) und dem Doppel Meyer/Ehrler gemacht. Weber gewann mit äußerst klugem, geduldigem Spiel und dank guter Tipps des Schulleiters Veith ihr Spiel nach sehr spannendem Verlauf mit 3:2. Spielstand 4:4, knapper geht’s nicht. Nun musste das Schlussdoppel entscheiden. Zunächst sah es nicht gut aus, der erste Satz ging klar verloren. „Annika hält den Ball im Spiel, Alexandra schmettert die hohen Bälle mit ihrer Rückhand“, so die einfachen, aber klaren Ratschläge von Veith und Unger an die Mädels. Die beiden Mädchen setzten die Tipps in die Tat um und gewannen unter lautstarker Anfeuerung ihrer Mitspielerinnen die Sätze zwei und drei – 2:1-Satzführung. Die Spannung kannte keine Grenzen mehr, alle waren nervös und aufgeregt. Beim Stande von 10:7 im vierten Satz fehlte nur noch ein Punkt zum Bundesfinale nach Berlin. Aufschlag Meyer, Fehler Gegnerin, Sieg im Doppel, grenzenloser Jubel, so die letzten 10 Sekunden des Spiels zusammengefasst. Überglücklich fielen sich die „IGS-Frösche“ in die Arme und nahmen die Gratulation ihrer stolzen Betreuer Veith und Unger entgegen. Zum Lachen auf dem Siegerfoto musste niemand animiert werden, das erfolgte automatisch.
Und auch das selbstgemalte Banner „Wir fahren nach Berlin“ konnte nun endlich ausgepackt werden.
Eine weitere Goldmedaille, garniert mit einer Teilnahme am Bundesfinale in Berlin, sind der verdiente Lohn der Mühen. Hervorzuheben ist der tolle Teamgeist dieser Mannschaft. Trotz mehrfachen Rückstandes gaben die Mädels nie auf und bogen noch das Spiel. Nervenstark agierten besonders Alexandra Meyer, Carolin Müller, Sophie Semmet und Selina Weber, die während des Turniers ungeschlagen blieben. Und auch in Berlin werden die Mädels alles geben, um ihre Schule sowie ihr Bundesland würdig zu vertreten. Also dann ab in die Hauptstadt. |